Shopify Kundenkonten-Falle, BNPL-Kaufabbrüche & die EU-Greenwashing-Regel
TL;DR – Das Wichtigste in 10 Sekunden:
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Shopify New Customer Accounts: Shopify pusht den passwortlosen Login per E-Mail-Code. Das beschleunigt den Checkout, zerschießt dir aber im schlimmsten Fall ältere Kundenclub- oder Abo-Apps. Prüfe erst deine Apps, bevor du den Schalter im Backend umlegst.
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Kauf auf Rechnung (BNPL) wird strenger: Klarna und Co. prüfen bei teuren Artikeln genauer. Wird der Kunde im Checkout abgelehnt, bricht er den Kauf ab. Die Lösung könnte ein diversifizierter Checkout mit prominenten One-Click-Methoden wie Apple Pay/Google Pay sein.
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EU-Greenwashing-Richtlinie: Floskeln wie "klimaneutral" oder "umweltfreundlich" ohne Zertifikat sind ab sofort abmahnfähig. Tausche diese schwammigen Wörter gegen harte Fakten ("aus 100 % Altpapier") aus – das schützt dich vor Strafen und konvertiert ohnehin besser.
Vorweg: Ich möcht mich entschuldigen dass die letzte Woche die Weekly E-Com News ausgefallen sind. Ich hab mir leider die gefürchtete Männergrippe eingefangen und bin flach gelegen. Aber ich habs überlebt, also legen wir los:
1. Shopify & IT: Warum die "New Customer Accounts" deine Apps lahmlegen können
Was ist passiert?
Shopify drängt gerade stark auf die sogenannten "New Customer Accounts". Das alte System mit E-Mail und Passwort wird abgelöst. Kunden loggen sich stattdessen nur noch mit ihrer E-Mail-Adresse und einem 6-stelligen Code ein, den sie zugeschickt bekommen.
Warum ist das eine Chance für deine Marge?
Jeder von uns kennt das: Passwort vergessen, Passwort-Reset-Mail kommt nicht an, Kauf wird abgebrochen. Der passwortlose Login ist ein genialer Hebel, um die Hürde für Wiederkäufer massiv zu senken. Ein schnellerer Login bedeutet einen schnelleren Checkout und damit eine höhere Conversion Rate bei deinen Bestandskunden. Das Tückische daran ist nur die Technik im Hintergrund: Viele ältere Kundenclub-, Bonuspunkte- oder Abo-Apps (Subscriptions) sind noch nicht auf diese neuen Accounts ausgelegt. Wenn du einfach updatest, funktionieren diese Apps plötzlich nicht mehr und deine Abonnenten können ihre Lieferungen nicht mehr verwalten.
Fazit:
Was bedeutet das für den aktuellen Betrieb?
Den Haken bei den neuen Kundenkonten einfach blind zu setzen, kann dir dein komplettes Subscription- oder Loyalty-Programm zerschießen und dir dadurch auch wieder Umsatz und Marge kosten.
Was ist zu tun?
Für meine Firmen habe ich folgendes gemacht, um den reibungslosen Übergang zu sichern:
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App-Inventur gemacht: Ich bin unsere komplette App-Liste durchgegangen und habe gezielt bei den Anbietern unserer Loyalty- und Subscription-Apps geprüft, ob sie die "New Customer Accounts" offiziell unterstützen. Die meisten waren schon bei der Einführung der neuen Customer Accounts dran das umzusetzen und sowohl die "legacy" Accounts wie auch die "New Customer" Accounts anbieten zu können. Ich hab aber tatsächlich eine App gefunden die das noch nicht konnte!
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Support kontaktiert: Wo es unklar war, habe ich den Entwickler-Support angeschrieben. Manchmal muss man in der App noch ein kleines Häkchen setzen oder ein kurzes Update ziehen.
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Sauberer Wechsel: Erst als ich das Go für alle wichtigen Tools hatte, habe ich den passwortlosen Login im Shopify-Backend für die Kunden freigeschaltet.
Das Learning: Neue Shop-Features sind super für die Conversion, aber prüfe immer vorher deine bestehenden Schnittstellen, bevor du ein Kern-System wie den Kunden-Login umstellst.
2. CRO & Payments: Wie strenge Bonitätsprüfungen deinen Checkout blockieren
Was ist passiert?
Die großen "Buy Now, Pay Later"-Anbieter (BNPL) wie Klarna oder PayPal Ratenzahlung haben im Hintergrund ihre Risikomodelle angepasst. Besonders bei teureren Produkten oder Warenkörben greifen jetzt oft deutlich strengere Bonitätsprüfungen.
Warum ist das eine Chance für deine Marge?
Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als wenn ein Kunde den kompletten Funnel durchläuft, seine Daten eingibt und dann im allerletzten Schritt beim Klick auf "Kauf auf Rechnung" vom Zahlungsanbieter abgelehnt wird. Die Folge ist Frust und ein sofortiger Kaufabbruch. Wenn du dich komplett auf einen Anbieter verlässt, verlierst du hier bares Geld. Die Chance liegt in der Diversifizierung: Wenn du deinen Checkout smart aufbaust und schnelle Alternativen anbietest, fängst du genau diese Abbrüche ab und machst dich unabhängiger von den Entscheidungen eines einzelnen Zahlungsdienstleisters.
Fazit:
Was bedeutet das für den aktuellen Betrieb?
Wer bei hochpreisigen Produkten nur auf BNPL-Lösungen als Zugpferd setzt, wird aktuell eine sinkende Conversion Rate im Checkout spüren.
Was ist zu tun?
Für meine Firmen habe ich folgendes gemacht, um den Checkout abzusichern:
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One-Click-Methoden nach oben geholt: Wir haben direkte Bezahlmethoden wie Apple Pay, Google Pay und Shop Pay extrem prominent im Checkout platziert. Die Nutzer müssen gar nicht erst durch lange Formulare. Shopify bietet das Gott sei dank von Haus aus an. Du musst nur die Zahlungsmethoden in deinen Einstellungen aktivieren!
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Zahlungsarten diversifiziert: Neben Klarna bieten wir noch andere Optionen an, damit der Kunde ausweichen kann, falls er seine Rechnung lieber klassisch per Kreditkarte oder Vorabüberweisung zahlen möchte.
- Sortierung der Zahlungsmethoden: Es gibt Statistiken wonach in verschiedenen Ländern andere Zahlungsmethoden (wenn diese oben im Checkout stehen) besser konvertieren und somit deine Conversion Rate erhöhen können. (AT -> Kreditkarte, DE -> Paypal). Es empfiehlt sich also auch zu schaun ob du nicht eine App wie "PaymentHero" (Grüße gehen raus an Johannes Kliesch) installierst um die Reihenfolge der Zahlungsmethoden nach Ländern ändern zu können.
Das Learning: Verlass dich nie auf nur einen Payment-Anbieter. Ein flexibler, gut sortierter Checkout fängt Kunden auf, die sonst frustriert abspringen würden.
3. Recht & Content: Die EU-Greenwashing-Richtlinie beendet schwammige Texte
Was ist passiert?
Die Schonfrist für irreführende Umweltwerbung ist vorbei. Die EU-Greenwashing-Richtlinie verbietet ab sofort schwammige Begriffe wie "klimaneutral", "umweltfreundlich" oder "nachhaltig", wenn du dafür nicht direkt auf der Produktseite oder der Verpackung ein Zertifikat vorweisen kannst.
Warum ist das eine Chance für deine Marge?
Das klingt im ersten Moment nach der nächsten Abmahnwelle durch Verbraucherschutzvereine. In der Realität zwingt uns diese Regelung aber einfach nur dazu, besseres Marketing zu machen. Der moderne Kunde wird sowieso immer "blinder" für generische Phrasen wie "gut für die Umwelt". Wenn du gezwungen bist, stattdessen harte Fakten zu liefern – wie etwa "hergestellt aus 100 % recyceltem Ozeanplastik" oder "produziert mit Solarstrom in Österreich" – baut das viel mehr echtes Vertrauen auf. Du entgehst nicht nur teuren Strafen, sondern deine Produkttexte konvertieren auch spürbar besser.
Fazit:
Was bedeutet das für den aktuellen Betrieb?
Wer alte Werbetexte mit grünen Floskeln einfach im Shop stehen lässt, riskiert teure Post von Anwälten oder Mitbewerbern.
Was ist zu tun?
Für meine Firmen habe ich folgendes gemacht, um den Content abzusichern:
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Wort-Filter genutzt: Wir haben unseren gesamten Produktkatalog nach Wörtern wie "nachhaltig", "klimaneutral", "öko" und "umweltfreundlich" durchsucht.
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Fakten statt Floskeln: Wo immer diese Wörter standen, haben wir sie gelöscht. Wir haben sie entweder komplett ersatzlos gestrichen oder durch die tatsächlichen, belegbaren Fakten (z.B. Materialzusammensetzung) ersetzt.
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Zertifikate sichtbar gemacht: Wenn wir echte Zertifikate haben (wie z.B. Bio-Siegel der Austria Bio Garantie), haben wir diese klar und transparent direkt neben den Buy-Button gepackt.
- Wir mussten hier von Anfang rechtlich sehr sauber arbeiten da gerade mit Bio-Siegeln in der EU nicht zu spaßen ist. Allerdings helfen die Zertifizierungsstellen eh immer mit dass dein Content rechtlich sicher ist.
Das Learning: Harte Fakten verkaufen besser als leere Eco-Phrasen. Bereinige deine Texte, spar dir den juristischen Ärger und stärke das Vertrauen deiner Käufer.
Dein Shop-System zickt bei neuen Updates, dein Checkout verliert kaufbereite Kunden oder du bist unsicher, ob deine Produkttexte rechtlich und verkaufspsychologisch wasserdicht sind?
Schreib mir einfach, dann werfen wir gemeinsam einen Blick in deinen Shop und lösen diese Engpässe.